Herausforderungen
Ein Glasfaseranschluss endet am Haus, beginnt aber im Strassenraum. Dort liegen bereits Wasser, Abwasser, Strom und Gas. Jeder Graben berührt die Interessen von Gemeinden, Kanton und weiteren Werkeigentümern, und jeder Tag Verzug kostet.
Typische Fragen im Alltag:
- Wer trägt welchen Anteil, wenn mehrere Werke gemeinsam bauen?
- Passt die Abrechnung des Generalunternehmers zum vereinbarten Leistungsumfang?
- Welche Auflagen aus dem Leitungsgesuch gelten, und wer überwacht sie?
- Wie werden Abweichungen zwischen Planung und Ausführung erkannt, dokumentiert und bereinigt?
Zwei Perspektiven, eine Baustelle
Als Netzbetreiber (seit April 2025). Als Bauherrenvertreter Tiefbau und Access Project Manager im Glasfaserausbau (FTTH) in der Ostschweiz leite und steuere ich Projekte im Sinne der Bauherrschaft, von der Planung bis zur Endkontrolle. Ich überwache den Bau zusammen mit dem Generalunternehmer und den Ausführungspartnern, führe Zwischen- und Endkontrollen durch und verantworte die Ausbauqualität. Für die Anspruchsgruppen und ihre Projektleitungen bin ich Ansprechstelle. Dazu gehören Vergabe-, Vertrags- und Nachtragsmanagement nach SIA 118, NPK und Vergaberecht, Baukostencontrolling, Rechnungs- und Abrechnungsprüfung sowie die Klärung von Kostenaufteilungen mit kantonalen und kommunalen Werkeigentümern.
Als Strasseneigentümer (2021–2025). Beim Tiefbauamt Graubünden habe ich als Leiter Projektierung und Bau im Bezirk 1 Chur Leitungsgesuche zusammen mit dem Bezirkschef bearbeitet und beurteilt. Ich weiss deshalb, worauf die Strassenseite achtet, bevor ein Werk im Kantonsstrassennetz bauen darf.
Im Werkleitungsbau (2006–2013). Bei Ingenieurbüros in Ilanz und Chur habe ich Wasserversorgungen, Siedlungsentwässerungen und Quartiererschliessungen projektiert und als Bauleiter umgesetzt.
Was ich einbringe
- Schnittstellen beurteilen. Kostenaufteilungen, Zuständigkeiten und Auflagen gehören vor den Baubeginn, nicht in den Nachtrag.
- Abrechnung systematisch prüfen. Mengen, Einheitspreise und Nachträge gegen Vertrag und NPK, mit nachvollziehbarer Begründung.
- Planung und Ausführung zusammenbringen. Als ehemaliger Bauleiter erkenne ich, wo ein Plan auf der Baustelle nicht aufgeht.
- Qualität abnehmen, nicht nur abrechnen. Zwischen- und Endkontrollen gehören zur Bauherrenrolle, damit das Netz so gebaut ist, wie es bestellt wurde.
- Die Sprache aller Beteiligten. Generalunternehmer, Gemeinde, Kanton und Werkeigentümer verfolgen unterschiedliche Ziele. Ich kenne die Begriffe und Interessen jeder Seite.
Netzbau und KI: Stand der Dinge
Ich unterscheide klar zwischen dem, was es gibt, und dem, was Idee ist.
Eigenentwicklungen, vorhanden
- Füllrate-Rechner: berechnet Füllraten von Rohranlagen
- Schachtassistent (Version 4.6, mehrsprachig, Urheber: Alessandro Cortese): digitaler Assistent rund um Schächte
- DLV-Entschädigungsrechner: dreisprachig
- NPK_WISP_TB-KoPa: Excel-Werkzeug auf Basis der NPK-Struktur für Tiefbauarbeiten im Netzbau
Konzept
- Prüf-Agent für Bauabrechnungen: Vorprüfung von Abrechnungen gegen Leistungsverzeichnis, Ausmass und Vertrag
Ideen, noch nicht umgesetzt
- Auswertung von Baudokumentation und Abnahmeprotokollen mit Fundstellen
- Strukturierte Erfassung von Abweichungen und technischen Sachverhalten
- Wissensbasis zu Auflagen aus Leitungsgesuchen und Werkvorschriften
Nutzen
Weniger Reibung zwischen den Beteiligten, nachvollziehbare Kostenteiler und eine Bauüberwachung, die Qualität, Kosten und Termine zusammen im Blick behält.
Belegte Erfahrung
- Seit April 2025 Bauherrenvertreter Tiefbau und Access Project Manager im Glasfaserausbau (FTTH), Ostschweiz
- 2021–2025 Bearbeitung und Beurteilung von Leitungsgesuchen zusammen mit dem Bezirkschef, Tiefbauamt Graubünden
- 2006–2013 Projekt- und Bauleitung von Wasserversorgungen, Siedlungsentwässerungen und Quartiererschliessungen



