Berufliches Projekt beim Tiefbauamt Graubünden, Bezirk 1 Chur. Grundlage sind meine eigenen Bausitzungsprotokolle von April bis August 2018. Namen von Beteiligten, Kosten und Angaben zu einzelnen Grundstücken werden nicht genannt.
Ausgangslage
Die Kantonsstrasse Maienfeld–Jenins führt mitten durch den Dorfkern von Jenins. Im Abschnitt von der Kirche bis zum Ende der Kantonsstrasse ist die Strasse eng, gesäumt von historischen Gebäuden, Stütz- und Rebbergmauern. Im Strassenkörper liegen Wasserleitung, Kanalisation sowie Leitungen für Strom, Telekommunikation und Kabelfernsehen.
Aufgabe
Strasse und Belag erneuern und dabei in einem Zug die Werkleitungen ersetzen oder neu verlegen: die Wasserleitung und die Mischwasserkanalisation der Gemeinde sowie Kabelschutzrohre und Kabelblöcke für Strom und Telekommunikation. Anwohnende, Gastbetriebe und Fussgänger sollten während der ganzen Bauzeit Zugang behalten.
Meine Rolle
Als örtliche Bauleitung des Tiefbauamts habe ich die Bausitzungen geleitet und protokolliert, die Werkeigentümer aufgeboten und koordiniert, die Qualität geprüft und die Rechnungen freigegeben. Die Tagesrapporte des Unternehmers liefen über mich.

Vorgehen
- Etappen statt Vollsperrung. Die Arbeiten liefen abschnittsweise. Fussgänger wurden durch oder um die Baustelle geführt, für die Gastbetriebe gab es eine Zusatzsignalisation.
- Alle Werke an einen Tisch. Eine Koordinationssitzung mit allen Werkeigentümern vor Ort, mit einem Gesamtplan Werkleitungen als gemeinsame Grundlage. Die Lage von Schächten und Kabelblöcken wurde vor Ort festgelegt und im Plan des ausgeführten Werks nachgeführt.
- Versorgung aufrechterhalten. Die Wasserleitung wurde mit Provisorien ersetzt, die Sanitärarbeiten erfolgten in kurzen Grabenabschnitten.
- Kanalisation erneuert. Neue Mischwasserleitung, Schachtabdeckungen ersetzt, ein zusätzlicher Kontrollschacht für die Hausanschlüsse nach Aufhebung alter Klärgruben.
- Risiken früh geklärt. Bei der Querung des Dorfbachs prüfte der Werkeigentümer die vorhandenen Rohre: Es waren genügend freie Rohre vorhanden, eine heikle Unterquerung durch die Kreuzung mit vielen Leitungen entfiel.
- Mauern gesichert. Bestehende Stütz- und Begrenzungsmauern wurden gesichert und instand gesetzt, an einem Gebäude war eine Fassadenstabilisierung nötig.
Qualitätssicherung
- Musterflächen für die Mauern, gemeinsam mit der Gemeinde begutachtet und freigegeben
- Tragfähigkeitsmessungen (ME-Werte) und Bohrkerne
- Belagsprüfungen gemäss Ausschreibung, laut Protokoll alle erfüllt
- Kalibrierung sämtlicher Rohre, Kanalfernsehaufnahmen zur Zustandserfassung
Ergebnis
In allen Bausitzungen von April bis August 2018 lag der Projektfortschritt im Bauprogramm. Die Belagsprüfungen waren erfüllt, Nachtragsleistungen sind in den Protokollen nicht ausgewiesen. Der Deckbelag eines Teilabschnitts war für 2019 vorgesehen.
Bezug zum Netzbau
Hier lag ich auf der Seite des Strasseneigentümers und habe die Werkeigentümer koordiniert: Wasser, Abwasser, Strom, Telekommunikation und Kabelfernsehen in einem Graben. Genau diese Schnittstellen begleite ich heute aus Sicht des Netzbetreibers im Glasfaserausbau.


